Supportende Microsoft SBS – Was nun?

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Am 14. Januar 2020 endet der erweiterte Produktsupport für den Microsoft Windows Small Business Server (SBS) 2011. Obwohl der Mainstream Support bereits im Jahr 2015 ausgelaufen ist, ist die Multifunktions Windows Server Variante gerade bei kleineren Unternehmensinfrastrukturen aufgrund der vielen integrierten Features zu günstigen Konditionen noch heute als zentrale IT-Komponente im Einsatz.

Die meisten Unternehmen verwenden den Small Business Server als:

  • Domaincontroller
  • Exchange Server
  • File- und Printserver

 

Zwar bietet der Small Business Server zusätzlich Sharepoint sowie ein konfiguriertes Remote Desktop-Gateway an, mir sind in der Vergangenheit allerdings nur wenige Installationen bekannt, bei denen diese Features genutzt wurden.

Der Vorteil beim SBS lag auf der Hand, mit Erwerb der Serverlizenz hatte man zu verhältnismäßig günstigen Konditionen „alles in einem“ und musste lediglich entsprechende SBS Zugriffs-CALs dazukaufen, in denen bereits alle Serverdienste lizenziert waren.

Ein direktes Nachfolgeprodukt für OnPremise gibt es nicht, allerdings lässt sich der Exchange-Server auch heute noch lokal lizenzieren und betreiben.

Warum nicht einfach weiter nutzen?

Der Knackpunkt des Supportendes liegt in der Erreichbarkeit von außen. Wer seinen Small Business Server von außen zugänglich gemacht hat (z. B. für den Zugriff auf die E-Mails via Outlook Web Access bzw. ActiveSync), sollte das System nach Ablauf des Support-Zyklus nicht guten Gewissens einfach „weiterbetreiben“, da fehlende Sicherheitsupdates das System angreifbar machen und Produktfehler nach Supportende nicht mehr behoben werden.

Doch welche Alternativen gibt es?

Alternative 1: Windows Server OnPremise

Für den Betrieb auf eigenen Servern (OnPremise) setzt man heute auf Windows Server 2016/2019 und Exchange 2016/2019. In diesem Fall müssen neben dem Betriebssystem und Anwendungslizenzen sowohl Server-, als auch Exchange-Zugriffslizenzen gekauft werden. Ist die Office-Version ebenfalls veraltet und wird nicht mehr unterstützt, sollte diese ebenfalls ersetzt werden.

Für ein Unternehmen mit 10 PC-Arbeitsplätzen und einem physikalischen Server ergibt sich unter Berücksichtigung der OPEN-Preise als Maßstab folgende Beispielrechnung:

  • ca. 800 EUR bei Exchange Server 2019 Standard
  • ca. 1000 EUR bei Windows Server 2019 Standard
  • 10x ca. 50 EUR pro Windows Server 2019 User-CAL (pro User zu lizenzieren)
  • 10x ca. 100 EUR pro Exchange Server 2019 Standard User-CAL (pro User zu lizenzieren)

 

Zusätzlich ist bei der OnPremise Lizenzierung zu beachten, dass alle Umgebungsparameter (Cores im Server, kein Virtualisierungs-Cluster etc.) hinsichtlich der Lizenzbedingungen passen müssen. Außerdem ist der Windows Server 2019 sehr „hardwarehungrig“ (128 GB RAM Minimum). Als OPEN-Kunde hat man noch ein Downgrade-Recht, man könnte also – stand heute – noch einen Windows Server 2016 mit Exchange 2016 betreiben, jedoch sollte beachtet werden, dass natürlich auch hier der Support früher endet, als bei der 2019er Variante. Wer bei der Lizenzierung Geld sparen möchte, kann auf gebrauchte Lizenzen zurückgreifen, sollte dann allerdings genau prüfen, woher die Lizenzen bezogen werden.

Alternative 2: Exchange Online

Wer den Small Business Server heute primär für E-Mail, Datei- und Druckdienste verwendet und seine E-Mails nicht unbedingt lokal vorhalten möchte, kann seine E-Mail Dienste alternativ nach Exchange Online auslagern. Ein hochverfügbares Exchange Online Postfach aus der Cloud ist bereits für 3,40 EUR pro Benutzer/Monat (im Jahresabo) erhältlich. Ein Unternehmen mit 10 PC-Arbeitsplätzen zahlt für Exchange Online also gerade einmal 408 EUR pro Jahr. Um von den Vorteilen von Microsoft Exchange profitieren zu können, wird zusätzlich der Mailclient Microsoft Outlook als Bestandteil des Office Pakets benötigt. Sind noch Office Lizenzen vorhanden (z. B. ab 2013, welches sich immerhin noch im Extended Support bis April 2023 befindet), können diese problemlos mit Exchange Online genutzt werden. Anderenfalls ist Office OnPremise per OEM- oder OPEN-Lizenz erhältlich oder aber über Office 365 als Cloud-Lösung lizenzierbar.

Wer sich für eine Lizenzierung über Office 365 entscheidet, sollte mindestens das Business Premium Paket (10,50€ pro Benutzer/Monat) buchen, hier ist neben Microsoft Teams, Sharepoint, OneDrive und weiterer nützlicher Tools die Lizenzierung für Exchange Online bereits enthalten.

Fazit

Alle Unternehmen, die den SBS noch im Einsatz haben, sollten jetzt handeln, denn mit fehlendem Updatesupport reißen Sie innerhalb kurzer Zeit große Sicherheitslücken in Ihre IT-Infrastruktur. Wer seinen SBS als zentrale Infrastruktur betrieben hat, kann auf Windows Server 2016/2019 umstellen.Für Unternehmen, die lediglich Exchange benötigen, macht – gerade bei Umgebungen mit bis zu 20 Anwendern – ein Umstieg auf Exchange Online, bzw. Office 365 Sinn.

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